NICHT VERFILMTE LITERATUR

Mein Vater, meine Frau und meine Geliebte

Extra | MICHAEL KREIHSL | aus FALTER 10/05 vom 09.03.2005

Es gibt keine Gebrauchsanweisung für diesen Film. "Mein Vater, meine Frau und meine Geliebte" erzählt die bewegende Geschichte eines jungen selbstlosen Arztes zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Was die vordergründige Thematik - Vater-Sohn-Konflikt vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs, ein Mann zwischen zwei Frauen (ORF-Pressetext: "Irrwege der Leidenschaft", "dramatische Schicksale um Liebe und Tod", "Treue und Verrat") - betrifft, kommt man um die Reproduktion von Klischees nicht herum.

  Der Film basiert auf Motiven des 1936 im Exilantenverlag Querido erschienenen Romans "Der arme Verschwender" von Ernst Weiß, den Literaten wie Alfred Döblin oder Thomas Mann mit Joseph Roths "Radetzkymarsch" und Stefan Zweigs "Die Welt von gestern" verglichen haben. "Der Autor strengt nie die Stimme an. Die Dinge gleiten ganz reibungslos durch die simple Sprache. Das Buch berichtet und man hat (großes Lob) das Gefühl, es könnte alles wahr sein" (Döblin).

  Nur so viel: Ich wollte einen Historienfilm drehen, der nicht wie ein Historienfilm aussieht. Ich wollte einen Kostümfilm drehen, der nicht wie ein Kostümfilm aussieht. Ich wollte Literatur nicht verfilmen.

Michael Kreihsl ist Film-, Fernseh- und Theaterregisseur. "Mein Vater, meine Frau und meine Geliebte" wurde beim Festival in Biarritz heuer als erste österreichische Produktion überhaupt mit dem FIPA d'Or ausgezeichnet.

Schubert 1: Mi, 16.3., 14.30 Uhr und Rechbauer: Fr, 18.3., 20.30 Uhr


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