Wien, von Hitler befreit

Extra | DREHLI ROBNIK | aus FALTER 10/05 vom 09.03.2005

GESCHICHTE Die Programme des Filmarchivs und des Filmmuseums entblößen österreichische Zeitgeschichte in verräterischen, mehrdeutig wiederkehrenden Bildern. 

Zweimal österreichische Filmgeschichte, Geschichte im Aggregatzustand von Filmbildern: Das Filmarchiv Austria zeigt zwei, sagen wir, deutsch-österreichische Koproduktionen der Dreißigerjahre. "Die Ostmark kehrt heim ins Deutsche Reich" heißt eine Wochenschau, die vom "Anschluss" im März 1938 und vom Jubel der Grazer, Linzer, Wiener Bevölkerung darüber kündet. Im Paket mit der "Ostmark Wochenschau" läuft das Politkrimimelodram "Asew - Der Spion und Verräter", eine 1935 in den Rosenhügel-Studios gedrehte Koproduktion, deren Titelfigur im zaristischen Russland sowohl für die Geheimpolizei als auch für eine sozialrevolutionäre Terrorgruppe arbeitet.

  In der eigentümlich ausweglosen Erzählung von "Asew" kommen alle Akteure schlecht weg: der als Objekt moralischer Abscheu inszenierte Doppelagent, die repressive Polizei


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