Kärntens Konter

Politik | aus FALTER 10/05 vom 09.03.2005

REAKTIONEN Vergangene Woche empfahl der "Falter" die Abspaltung Kärntens. Jetzt schlagen Haider und seine Landsleute zurück.

Der Neid der Besitzlosen spricht aus diesem Pamphlet", schäumt Jörg Haider. Den Kärntner Landeshauptmann hat das letzte Falter-Cover in Rage gebracht. "Kärnten? Weg damit!" war auf der Titelseite zu lesen. Im Blattinneren fand sich eine verfassungs- sowie völkerrechtlich hieb- und stichfeste Gebrauchsanleitung, wie die Republik die südliche Problemprovinz endlich loswerden könnte. Dieses Ziel untermauerte der Falter im satirischen Tonfall mit zehn guten Gründen, die gegen Kärnten sprechen.

  Jetzt kontern die Kärntner, allen voran ihr politisches Oberhaupt. Eine "Negativkampagne" ortet Landeshauptmann Haider. In Wahrheit sei alles ganz anders. Nicht Kärnten sei der Nachzügler, behauptet der Freiheitliche in einer Aussendung - und schüttet gleich einige andere Bundesländer an. Wien etwa komme "mit seinen Asylwerbern und Arbeitslosen nicht mehr zurande", die Steiermark müsse "das Spielberg-Desaster lösen". Zielsicher entlarvt der Klagenfurter Regent den Falter als Speerspitze einer österreichweiten Verschwörung gegen sein sagenhaft prosperierendes Reich: "Wir verstehen, dass in den Zentralen der Republik aufgrund des enormen Aufholprozesses Kärntens die Nervosität groß ist."

  Auch der blaue Generalsekretär Uwe Scheuch sieht es als seine "Pflicht" an, gegen die "Besudelung" und "Schmutzkübelkampagne gegen Kärnten" anzukämpfen. "Im Namen aller Kärntnerinnen und Kärntner" fordert er von der Redaktion "eine Entschuldigung für diese unerhörte Entgleisung".

  Eine gefährliche Drohung spricht Jörg Haider zum Abschluss seiner Ehrenrettung Kärntens aus. Anfang April will er sein schmuckes Landl im Zentrum des Bösen präsentieren. Haider: "Wenn die Wiener nicht nach Kärnten kommen wollen, um sich selbst ein Bild unseres Bundeslandes zu machen, kommen wir eben zu ihnen."

G. J. / N. W.


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