Herbert Headroom

Medien | EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 10/05 vom 09.03.2005

FERNSEHEN Aus dem Infokanal der Telekabel wird W24: jede Viertelstunde neue Stadtnews, präsentiert von einer Comicfigur. 

Herbert Hrabal hat mit Max Headroom nur eines gemein: Er wurde ebenfalls durch den Computer animiert. Hrabal ist aber weder so geschleckt noch so zynisch wie die Fernsehfigur aus den späten Achtzigern. Er schaut vielmehr aus wie ein netter Durchschnittswiener Anfang vierzig. Dafür hat er nicht nur eine eigene Sendung, sondern gleich einen eigenen Sender: den Infokanal der Wiener Telekabel, der ab sofort W24 heißt.

  Zwischen sechs und 21 Uhr bestreitet Herbert Hrabal die Moderationen zwischen Wetterprognosen, Staubildern, Veranstaltungstipps und aktuellen Stadtnachrichten, die mit Schlagzeilen und Standbildern illustriert werden. Das Design mit einem immer in mehrere Felder geteilten Bildschirm erinnert an Internetportale. Am Ende jedes Viertelstundenblocks gibt es einen richtigen Fernsehbeitrag, etwa ein Interview oder eine kleine Reportage. W24 ist eine Mischung aus bebildertem Radio, Fernsehen, Internet, Teletext und den Infoscreens in der U-Bahn. "Erstmals geht nicht das TV ins Netz", sagt Telekabel und Kabel TV-Geschäftsführer Christian Cap, "sondern es ist umgekehrt".

  Produziert wird W24 von wienweb, das seit Jahren profesionelles Internet-TV anbietet. Die Plattform ist eine Division der Kabel-TV, die Stadt Wien ist über diese Programmgesellschaft an der Telekabel beteiligt.

  Wächst hier eine Konkurrenz für den Stadtsender Puls TV heran? Nein, sagt Henrike Brandstötter, die Sprecherin von Puls, W24 könne höchstens eine "nette Bereicherung" werden. Puls TV definiere sich nicht als reiner Nachrichtensender. "Wir machen keinem unserer bewährten Sender Konkurrenz", versichert auch Cap: "Wir bieten einfach nur 15 Minuten kompakte Information. Dann zappen die Leute wieder weg."


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