Kommentar

Kunsthalle: Wenig Lärm um nichts


MATTHIAS DUSINI
Kultur | aus FALTER 10/05 vom 09.03.2005

Der Schriftsteller Feridun Zaimoglu nimmt im Interview (siehe Seite 20) etwaige kritische Kommentare zu seiner Verhüllung der Kunsthalle Wien gleich vorweg: Manche würden das Verhängen des Gebäudes mit türkischen Fahnen wohl als "Christo für Arme" bezeichnen.

Eigentlich ist das untertrieben. Die kürzlich zu Ende gegangene Kunstaktion von Christo Jawatschew und seiner Frau Jeanne-Claude im New Yorker Central Park kurbelte den Tourismus in dieser frostigen Jahreszeit kräftig an. Mehr als eine Million Besucher wollten die safrangelben Fahnen sehen.

Zaimoglus Kunsthallen-Aktion wird dagegen wohl nicht einmal einen Rostocker Neonazi zu einem Wien-Urlaub anregen. Zu offensichtlich ist die Absicht des Projekts, die Emotionen über einen möglichen EU-Beitritt der Türkei anzuzapfen, um dem Festival "Literatur im März" und der Kunsthalle Wien kostenlose Publizität zu bescheren. Der Würgreflex des politischen Gegners von der FPÖ funktionierte. Deren lokaler Anführer Heinz Christian Strache

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