LITERATUR IM MÄRZ

Islam und Abendland

Kultur | aus FALTER 10/05 vom 09.03.2005

Den Islam gibt es nicht", kann man im Folder zur heurigen Ausgabe von "Literatur im März" programmatisch lesen. Das soll besagen, dass der Islam als monolithische Einheit, der seit einiger Zeit für viel Böses in der Welt verantwortlich gemacht wird, eine Konstruktion des Westens ist - so auch die These des Islamforschers Navid Kermani, mit dem Falter-Autor und "Literatur im März"-Co-Kurator Erich Klein ein Interview geführt hat (siehe Seite 55) und der auch den Eröffnungsvortrag halten wird.

  Im Mittelpunkt stehen (vielfach zweisprachige) Lesungen von Autorinnen und Autoren islamischer Länder und Kulturkreise - von Etel Adnan (Libanon/Frankreich) bis Ali M. Zahma (Afghanistan), von Rachid Boudjedra (Algerien) bis Najem Wali (Irak/Deutschland). Neben einem Lyrikstudio, das sich den Themen "Krieg" und "Wüste" widmet, gibt es auch Podiumsdiskussionen, die die Frage nach dem Bedrohungspotenzial des Islam stellen oder sich mit dem Verhältnis zwischen dem Islam und Frauen auseinander setzen. An Letzterer wird sich auch Marjane Satrapi (Iran/Frankreich) beteiligen, die mit "Persepolis"1, einer Comicbuchreihe über ihre Kindheit im Iran und ihre Jugendjahre, die sie u.a. auch in Wien verbrachte, zum internationalen Star avancierte.

Vom 10.-13. März in der Kunsthalle Wien (7., Museumsplatz 1). Informationen unter: www.alte-schmiede.at

1 Das Taschenbuch von "Eine Kindheit im Iran. Persepolis 1" ist im Wiener Ueberreuter Verlag erschienen (160 S., E 9,95).


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