Wachträume der Nacht

Kultur | JAMES NAREMORE | aus FALTER 10/05 vom 09.03.2005

FILM Das Filmmuseum widmet dem Film noir eine umfassende Schau. Das legendäre Krimigenre des amerikanischen Kinos nährt sich aus dem Stoff, von dem die Surrealisten schon immer träumten: Sex und Gewalt. 

Das Adjektiv "noir" war in Frankreich schon lange ein Begriff, um den Schauerroman zu beschreiben, ehe man in den Dreißigerjahren begann, auch sogenannte poetisch-realistische Filme wie "Pépé le Moko" und "Le jour se lève" damit zu belegen. Am geläufigsten war es im Zusammenhang mit der Série noire, einer Krimireihe, die Gallimard (von 1945 bis heute) in Taschenbuchform als "Bahnhofsliteratur" herausbrachte. Die Bücher im schwarz-gelben Einband sprachen ein breites Leserspektrum an und boten unter ihrem cleveren Herausgeber Marcel Duhamel spritzige französische Übersetzungen der neuen Krimiautoren, die in Amerika und England im Kielwasser von Dashiell Hammett aufgetaucht waren. ("Ich lasse mir die neuesten romans policiers aus Paris schicken", sagt Colonel Haki in Eric Amblers


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