Zurück in die Zukunft

Kultur | MAYA McKECHNEAY | aus FALTER 10/05 vom 09.03.2005

FILM Das ambitionierte Science-Fiction-Melodram "2046"von Wong Kar-wai droht immer wieder ins Kunstgewerbliche zu kippen. 

Es beginnt mit einem Trommelwirbel, mit Glockengeläut und Streichern, einem bombastischen Arrangement, das vom schluchzenden Solo einer Oboe abgelöst wird: Nach dem großen Drama, sagt diese Musik, bleibt die Einsamkeit, bleibt man allein mit seinen Erinnerungen.

  Die Ouvertüre, mit der die Vorspanntitel zu Wong Kar-wais neuem Film unterlegt sind, stammt von Zbigniew Preisner, dem ehemaligen Hauskomponisten von Krzysztof Kies´lowski. Und wie ein fernes Echo auf dessen "Drei Farben"-Trilogie klingt sie auch. In wenigen Minuten ist das emotionale Leitmotiv des Films etabliert. Und ebenso schnell eine gewisse Skepsis, die im Verlauf des Films immer wieder an- und abschwellen wird: Ob hier nicht einer versucht, das westliche Arthaus-Publikum mit dem eigenen Kitsch zu ködern?

  Dabei sind die Bilder von "2046", an dem Wong Kar-wai fünf Jahre gearbeitet hat, überirdisch


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