STREIFENWEISE

Kultur | DREHLI ROBNIK | aus FALTER 10/05 vom 09.03.2005

Es klappert, knistert, rumpelt, scharrt. Und dann macht noch der blasse Bub mit aufgerissenem Mund diesen Ton, ein knatterndes "A-a-a...". Wie es sich für gute Geisterthriller gehört, besteht "The Grudge - Der Fluch" fast gänzlich aus einigen audiovisuellen und atmosphärischen Leitmotiven in Variation; so etwa aus Stimmen zwischen Plaudern und Schaudern und Geräuschen, die locken oder schocken. Mehr als der lasch aufgelöste Plot zählt, wie Takashi Shimizus Regie ganz normale Zimmer eines Wohnhauses und ganz normale Körper zu prekären Räumen macht: Mund, Augen, Türen, Gänge - alles öffnet sich, starrt uns an und weist ins Dunkle. Haar sprießt, Hände ragen, Leiber kriechen, Leute sind, wo sie nicht sein sollten, und auch unter der Bettdecke ist es nicht sicher. "The Grudge" beschwört Unheimlichkeit anhand diverser Arten von Nicht-daheim-Sein in einer Tokioter Community schlaffer, überforderter Amis - ein Hauch von "Lost in Translation". Dazu noch je ein kalter Hauch Buñuel


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