Hamlet für alle

Kultur | CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 10/05 vom 09.03.2005

THEATER Der junge ungarische Regisseur Árpád Schilling wehrt sich gegen den Terror der Regie. Bei den Festwochen gastiert er mit Tschechows "Möwe", im Kasino inszeniert er einen "Hamlet" mit nur drei Schauspielern. 

Schlussapplaus gibt es keinen. Fans, die "Die Möwe" von Anton Tschechow in der Version des Budapester Krétakör-Theaters schon öfter gesehen haben, wissen das. Aber auch wer Ungarns derzeit erfolgreichsten Theaterexport zum ersten Mal sieht, begreift bald: Die Türe, hinter der das Tschechow'sche Figurenpersonal gerade verschwunden ist, wird auch für Beifall nicht mehr geöffnet. So beim Wort nimmt man den russischen Dramatiker selten. Bei der Budapester "Möwe" verlässt sich Regisseur Árpád Schilling so sehr auf den Text und das grandiose Ensemble, dass nicht einmal Kostüme, Maske oder Bühnenbild nötig sind. Es gibt keine Bühne, die Schauspieler agieren in Alltagskleidung mitten im Publikum. "Im Mittelpunkt steht immer der Text", sagt Schilling, "bei der Möwe'


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