"Zerfließe nicht in Tränen"

Stadtleben | aus FALTER 10/05 vom 09.03.2005

GERICHTSMEDIZIN Sie hat eine alt eingesessene Männerbastion erobert. Andrea Berzlanovich, Österreichs erste Professorin für Gerichtsmedizin, über Kleinmädchenträume von der Pathologie, Männerbündlerei unter Professoren, das Mitgefühl am Seziertisch und die Brutalität einer Wiener Taxlerin. JULIA ORTNER

Ein Mordopfer am Nachmittag, ein ganz normaler Arbeitstag. Um 7.45 Uhr absolviert Andrea Berzlanovich die tägliche Morgenbesprechung am Münchner Institut, dann geht es zu Gericht, oder es stehen Untersuchungen am Dienstplan: Verletzte nach Raufereien, vergewaltigte Frauen oder Kinder. Dann widmet sich die 44-jährige Gerichtsmedizinerin dem Papierkram, Befunden und Gutachten. Ab eins steht sie im Seziersaal und obduziert Leichen, normalerweise bis fünf. Außer es kommt ein frischer Mord herein, wie gestern Nachmittag. "Dann gibt es kein Dienstende. Wenn ein Tötungsdelikt passiert, fahren wir raus an den Tatort, schauen uns die Leiche und die Umgebung an, gleich anschließend

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