Azünda! Azünda!

Stadtleben | WOLFGANG PATERNO | aus FALTER 10/05 vom 09.03.2005

BRAUCHTUM Wenn Wien zum Vorort von Vorarlberg wird: Am Wochenende wurde der traditionelle Funken abgefackelt. 

Gewöhnlich ist hier Dunkelheit und Stille, hier sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht. Das ganze Jahr über steht das Ortsschild "Wien" ebenfalls eher unbeachtet in der Landschaft. In Grinzing über Wien, am Ende der Himmelstraße, geht die Stadt unwiderruflich in das Land über, ab hier wird die Namensgebung rustikal: Wienerwald, Hermannskogel, Leopoldsberg, Cobenzl.

  Und einmal im Jahr bricht genau hier die Provinz aus. Rot ist der Anorak des Herrn Bürgermeister, ein roter Michelin-Männchen-Anorak, rot ist auch seine Nase. Es pfeift ein kalter Wind vom Kahlenberg, stockdunkel ist der Wald. Samstag vergangener Woche, der Tag geht in die Nacht, der Herr Bürgermeister steht in der Winterschneelandschaft, und er spricht ins Mikro mit Stolz und in tadellosem Hochdeutsch. Über Lustenau, 6890 Lustenau, Vorarlberger Marktgemeinde mit 20.000 Einwohnern, spricht er, Atemwölkchen


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