Jelinek: Ihr »Burgtheater«

Extra | MATHIAS GRILJ | aus FALTER 10/05 vom 09.03.2005

zuerst im Grazer Bahnhof

THEATER Nach der österreichischen Erstaufführung von Jelineks "Burgtheater" hatten sich etliche Häuser - bis auf das Burgtheater - alle Finger geleckt. Zuletzt lachen die "Murks-Brothers des anarchischen Spaß-Theaters" vom Grazer Theater im Bahnhof.

Als 1982 "Burgtheater" in den manuskripten erschien, war die Autorin auf ewig stigmatisiert. Nestbeschmutzerin. Die Nestbeschmutzerin meint heute zum Falter: "Ursprünglich war das ein sprachexperimentelles Stück, das wider Erwarten mein Leben stärker verändert hat als jede meiner anderen Arbeiten. Ich war sozusagen abgestempelt, egal, was ich sonst noch gesagt oder geschrieben habe."

  Das Stück - drei Jahre nach seinem Erscheinen in Bonn uraufgeführt - thematisiert im schrillen Ton der Farce die Naziverstrickungen Paula Wesselys, ihres Mannes Attila und dessen Bruders Paul Hörbiger. Publikumslieblinge allesamt. Hochwerte Film- und Burggiganten. Welt- und vor allem stadtberühmte Herzibinkis. Identifikationsschablonen.

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