Unmittelbare Kraft

Extra | ARMIN THURNHER | aus FALTER 10/05 vom 09.03.2005

DANE ZAJC Der bedeutendste slowenische Lyriker der Gegenwart kommt nach Graz. 

Es kommt nicht oft vor, dass man sich nach einem Ereignis schämt, es im Blatt falsch platziert zu haben. Als ich vor zwei Jahren in Wien zum ersten Mal die Lesung des in Slowenien legendären Programms "Feuer im Mund" hörte, war mir klar, diese Lesung hatten wir, wie man sagt, drastisch unterverkauft. Wer nach den umschweifigen Einleitungen zur Pause gegangen war, wie naturgemäß sämtliche Politiker, aber auch ein Drittel des Publikums, versäumte einen der stärksten Abende, die in diesem Jahr in Wien und sonstwo zu hören waren.

  Auftraten ein schmächtiger Mann jenseits der siebzig, die Hände auf die Schultern eines kräftigen Kerls gelegt, der ein Akkordeon und einen Goks trug. Zum Klang slowenischer Weisen zogen die beiden langsam in den Saal ein und nahmen auf der Bühne Platz. Der evozierte Hauch von Schaustellerei verflog mit dem ersten gesprochenen Wort. Hier wurde große Lyrik vorgetragen,


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