STANDPUNKT

Kärntner Strizzis

Politik | aus FALTER 11/05 vom 16.03.2005

Die Kärntner Stadionvergabe entwickelt sich so, wie es die Korruptionsermittler prophezeit haben. Nachdem nicht die Strabag von Hans Peter Haselsteiner, sondern der Bestbieter, die Porr, den Zuschlag erhalten hatte, wetterte Jörg Haider gegen "Wiener Strizzis". Die Strabag, die nach einer Zeugenaussage im Verdacht der illegalen Parteienfinanzierung stand (und diese Vorwürfe ebenso wie Haider vehement bestreitet), habe doch das beste Angebot gelegt! Auch Haselsteiners Anwälte verkünden nun, dass sie die Vergabe anfechten werden, weil sie fehlerhaft gewesen sein soll. Es stellt sich die Frage, wer daran wirklich schuld war. Im Innenministerium wurde ja nach der brisanten Aussage von Jurymitgliedern vermutet, dass blaue Erfüllungsgehilfen das Vergabeverfahren torpedieren wollten, weil zuvor angeblich 400.000 Euro an Bestechungsgeldern an die FPÖ geflossen sein sollen. "Haltlose Gerüchte", sagte die Justiz und stellte das Verfahren ohne Ermittlungen ein. Doch Unterlagen wurden nach außen gespielt, unbequeme Jurymitglieder (die für Porr votierten) mit Klagen eingedeckt. Das Ziel der Indiskretionen, so vermuteten die Korruptionsermittler: Das Vergabeverfahren sollte kaputtgeschossen werden, damit die Sache unter Termindruck (die EM beginnt 2008) noch einmal neu ausgeschrieben werde. Die Chancen der Strabag wären gestiegen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. F. K.


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