Knecht

Baba, Rock 'n' Roll

Politik | aus FALTER 11/05 vom 16.03.2005

Die Eckpfeiler meiner Existenz hab ich letztes Mal so weit skizziert; Arbeit, Zwillinge, tschechern, schlechtes Benehmen, Sedlacek; ich addiere noch den Langen, das Mütterrudel, andere Freunde und kein Rock 'n' Roll. Rock 'n' Roll war früher. Die Kinder sind fast drei, und die Gelegenheiten, meine Musik zu hören, sind gleich null, so wie überhaupt alles, was ich prämaternal unter "meins" subsumierte, dieses Possessivpronomen nicht mehr kennt. Als Lotte schwanger wurde, hab ich gesagt, prima, super, gratuliere, und nun wirf einen letzten, langen Blick auf deine Wohnung, auf deine schicke, propere, ästhetisch einwandfreie Wohnung, nimm Abschied, Schatzi, denn so wird sie nie wieder sein. Schon morgen wird irgendwo ein Schwangerenbuch herumliegen, schon übermorgen zeigen sich erste mintgrüne Babysöckchen, und wenn der Karli erst da ist, frage nicht. Es ist vorbei, Schatzi, sag Lebwohl.

Lotte nimmt mich natürlich nicht ernst, so wie sie so gut wie nichts, was ich über Schwanger- und


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