Alte Neurosen

Kultur | MAYA McKECHNEAY | aus FALTER 11/05 vom 16.03.2005

FILM In "Hollywood Ending" verliert Woody Allen das Augenlicht und findet zurück zu seiner alten Liebe. Eine weitere Folge aus der neurotischen Serie. 

Der kleine Mann im Tweedjacket rudert mit den Händen in der Luft. Über der Brille tanzen die Augenbrauen: "Ich fass es nicht", schnappt er. "Ausgerechnet dieser falsche Hund, dieser manikürte Lackaffe ..." Nur wenige Minuten Exposition vergehen, bevor Woody Allen seinen ersten neurotischen Verzweiflungsauftritt absolviert. Und keine weitere bis zum nächsten. Und so weiter und so fort: "Hollywood Ending" ist eine einzige Abfolge archetypischer Allen-Momente, die durch einen lockeren Plot verbunden sind.

  Was ja an sich nichts Schlechtes sein muss: Seit Mitte der Sechzigerjahre hat der mittlerweile 69-jährige Allen in schöner Regelmäßigkeit einen Film pro Jahr produziert, 34 bis dato, eine Serie, wenn man so will, deren Held von der revuenummernhaften Überdrehtheit früher Arbeiten über die tragikomische Melancholie der New-York-Trilogie


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