NÜCHTERN BETRACHTET

Hallo Berlin! Teil zwei: Flug und Ankunft

Kultur | aus FALTER 11/05 vom 16.03.2005

Im Schnapsladen, wo ich, wie letzte Woche schon erwähnt, noch schnell ein Fläschlein Apfelbrand für die Bettenbezieherin und den Bettenaufschüttler besorge - Roland und Verena sind in dieser Hinsicht ein ganz koventionelles Paar: sie bezieht und er schüttelt -, habe ich eine Vision: Mich dünkt, die Verkäuferin habe zu mir etwas gesagt, und erkundige mich nach dem Wirklichkeitsbezug meiner Wahrnehmung. Die Frau blickt auf, vermutlich weil ihr, völlig zu Recht, dünkt, ich habe was gesagt. Aber dann verzichtet sie, vielleicht aus Angst, wir könnten einander schließlich in den ohnedies nebenan wohnenden Wahnsinn treiben, darauf, zu fragen, ob ich gefragt habe, ob sie etwas gefragt habe. Zu viel Fragerei in aller Früh führt selten zu fruchtbarer Freizeitgestaltung. Also verlasse ich den Schnapsladen wieder, gehe zweimal in die Irre, finde dann aber doch zu Gate B (schließlich fliege ich nicht nach Aberdeen oder Caracas, sondern nach Berlin), bin bald in der Boeing und schau vergnügt

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