Laufmeter Leben

Stadtleben | BARBARA ZEMAN | aus FALTER 11/05 vom 16.03.2005

STADTGESCHICHTE Ahnenforschung boomt, treibt krause Blüten und kann süchtig machen. Im Wiener Stadt- und Landesarchiv sind täglich ambitionierte Hobbyforscher unterwegs - auf den Spuren ihrer Vorfahren. 

Um neun Uhr früh bemerkt man im Lesesaal des Wiener Stadtarchivs noch nicht viel von den 10.000 Anfragen und 5100 Besuchern jährlich. Eine Gruppe gähnender Schüler wird gerade in den Vortragsraum verfrachtet, ansonsten ist bis auf den Journaldienst keine Menschenseele zu sehen. Es ist fast unangenehm still, doch das wird sich bald ändern. Spätestens ab zehn trudelt sie ein, die Generation Fünfzig plus. Sie machen sich im Archiv breit, um ihrer ziemlich eigenbrötlerischen Beschäftigung nachzugehen. Meistens sind es pensionierte Herren, die hier in Sachen Vorfahrenspurensuche unterwegs sind.

  Eine Glastür trennt das Archiv vom Rest der Gasometer-Anlage mit ihren Geschäften, Wohntürmen und dem Kinocenter. Im Eingangsbereich sind Meldezettel ausgestellt: von Sigmund Freud,


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