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Stadtleben | CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 11/05 vom 16.03.2005

HANDEL Die Wiener Grünen montierten - ausgerechnet - in Hernals den ersten "Nahversorgungsautomaten". 

Nahversorgung funktioniert im Idealfall so: Du merkst, dass du keine Butter mehr hast, rennst schnell hinunter zum Greißler, kaufst ein Packerl, das eine Spur teurer ist als beim Billa. Nach ein paar weiteren Besuchen bemerkst du, dass da in der Nähe echte Menschen arbeiten, die genau wissen, dass du der bist, der immer die Butter vergisst und irgendwann gehst du dann auch zum Greißler, wenn das Brot aus ist. Eines Tages weißt du dann, wie der Mensch hinter der Theke heißt (klar, der Name steht ja außen am Geschäft), und seltsamerweise kennt der Greißler auch deinen Namen samt möglichem akademischem Titel. Denn zum zwar nicht ganz billigen Einkauf gibt es - und das ist besonders wichtig für ältere Menschen - im Geschäft ums Eck auch noch die persönliche Ansprache. Und die ist sowieso unbezahlbar.

  Aber wie gesagt: Es handelt sich um den nahversorgungtechnischen Idealfall.


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