TIER DER WOCHE

Abgedichtet

Stadtleben | PETER IWANIEWICZ | aus FALTER 11/05 vom 16.03.2005

Im Lenz lauscht sich's leichter launiger Lyrik, mögen sich die Damenherren von der Unesco gedacht haben, als sie am Tag des amtlichen Frühlingsbeginns auch noch den Welttag der Poesie anflanschten. Poesiealbumseigner können seit dem Jahr 2000 am 21. März das Angenehme (Frühlingsbeginn) mit dem Nützlichen (Versform) verbinden. Und dass eine gebundene Textform nützlich ist, daran wird nun doch niemand ernsthaft zweifeln. Denn ohne Reimzwang wäre ein Gedicht wie dieses von Berthold Brecht wohl nie geschrieben worden: "Es war einmal ein Fisch namens Fasch / Der hatte einen weißen Asch." Qué bellezza! Wie begeht man einen Welttag der Poesie in passender Weise? Die Unesco empfiehlt "Lesungen, Ausstellungen, Rezitationen lyrischer Werke (...) oder die Vergabe von Poesiepreisen". Anwärter für eine solche Auszeichnung in der Kategorie notwendige Nonsensgedichte wäre für mich Wilhelm Busch mit seinem "Naturgeschichtlichen Alphabet für größere Kinder und solche, die es werden wollen":


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