Der nackte König

Steiermark Stadtleben | MARTIN G. WANKO | aus FALTER 11/05 vom 16.03.2005

FUSSBALL Er grüßt nicht mehr, ist nur noch angefressen. Er ist nicht mehr der, der er einmal war. Ein Match mit Hannes Kartnig, dem leidenden Präsidenten des FC Sturm Graz. 

Ein korpulenter Mann um die fünfzig stürmt ins Operncafe, das nachmittägliche Zentrum der bessersituierten Stadtmenschen. Zwei Passanten beobachten den Vorgang. Sie schauen genau. Mauschelnd setzen die Flaneure ihren Weg fort. Es ist eben nicht irgendwer, der das Operncafé betritt. Hannes Kartnig ist der König des Fußballs, des steirischen Fußballs, zumindest der von Sturm Graz.

  Das Operncafé ist eine der königlichen Inseln in der Stadt. Gerne trifft er sich dort mit Kickern, Beratern und Gleichgesinnten auf einen Lacher. Der König ist Blickfang der Besucher. Er hängt seinen Mantel auf den Haken, von der Bar winkt einer, grüßt ein anderer. Der König ignoriert sie. Nicht aus Bösartigkeit, sein Kopf ist angefüllt mit schwarz-weißen Wirklichkeiten. Die 4:0-Schlappe gegen den Stadtrivalen GAK liegt


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