Der Streichel-Chaot

Extra | KLAUS KASTBERGER | aus FALTER 11/05 vom 16.03.2005

ALLES GUTE Andreas Okopenko wird 75. Eine Würdigung eines ebenso sanften wie genauen Dichters. 

Fünfzehnter März 1930, KosÇice (Slowakei): Der Familie Okopenko wird ein Sohn geboren. Der Vater ist Ukrainer und spricht zu Hause ein akzentfreies, aber irgendwie fremdartiges Deutsch. Die sehr junge Mutter ist Wienerin und zeichnet sich durch die sprachlichen Gewohnheiten ihrer deutschböhmischen Vorfahren aus. Circa vier Jahre später ist der kleine Andreas auf einem Foto zu sehen, das ihn auf dem Schoß seines machtvollen Vaters am Fahrersitz der Familienlimousine zeigt. Die Haare fast zu Locken gedreht, sieht er wie ein Mädchen aus: "Alles was du sagst das stimmt, / nicht umsonst heißt Schiele Klimt", notiert Okopenko Jahrzehnte später in einem Lockergedicht.

Kindernazi 1939 übersiedelt die Familie nach Wien, wo der Vater in der Anstalt "Am Steinhof" als Psychiater arbeitet. In der Schule in Ottakring wird der Bub mit Sprüchen konfrontiert, die allesamt ein bisschen so klingen


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