Muschi und Moral

SEBASTIAN FASTHUBER | Extra | aus FALTER 11/05 vom 16.03.2005

POSTADOLESZENZ Der nervige Maxim Biller rehabilitiert sich mit einem neuen Buch und einer Lieder-CD. 

Die Behauptung, Maxim Biller sei kein besonders beliebter Zeitgenosse, wäre eine mittelschwere Untertreibung. Harald Schmidt hat schon vor ein paar Jahren kurz und knapp festgestellt: "Biller nervt." Eine Exfreundin ließ den Roman "Esra" beschlagnahmen, weil sie sich darin verunglimpft sah, und in Listen à la "Die 1000 penetrantesten Deutschen" war Biller zuletzt stets eine gute Platzierung sicher. Galt er zu Beginn seiner literarischen Laufbahn mit Büchern wie "Wenn ich einmal reich und tot bin" (1990) als großes Erzähltalent, mutierte er später durch einen selbst für Schriftstellerverhältnisse übersteigerten Geltungsdrang und peinliche Talkshowauftritte zur Hassfigur.

  Ein erstes Indiz dafür, dass sich das Blatt wieder wenden könnte, waren Billers im vergangenen Herbst erschienene Muschilieder. Unter diesem Namen machte die CD "Tapes" die Runde, die neben anderen bemerkenswert

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