Russische Zuständ'

Extra | TOBIAS HEYL | aus FALTER 11/05 vom 16.03.2005

ZEITDIAGNOSE Andreas Maier lässt in "Kirillow" sehr viel reden. Und er hat sehr gute Gründe dafür. 

Jetzt ist der Russe da. Ganz leise und gar nicht uncharmant hat er sich in Deutschland breitgemacht: Vladimir Kaminer mit seiner Russendisco, namenlose Russlanddeutsche, die immer mehr Lebensmittelläden nach ihrem Geschmack eröffnen, und sogar Edgar Reitz hat ihnen im dritten Teil seiner monumentalen "Heimat" eine eigene Folge gewidmet. Wenn das nichts ist.

  Andreas Maiers neuer Roman kündigt schon mit seinem Titel die Ankunft des Russen in der Literatur an: "Kirillow". So heißt eine Figur in Dostojewskis "Dämonen", und so heißt eine Figur in Maiers Roman, die allerdings nie wirklich in Erscheinung tritt, denn Kirillow sitzt im fernen Chabarowsk, während der Roman in Frankfurt am Main spielt. Die Fernwirkung Kirillows sollte man allerdings nicht unterschätzen. Und damit endlich zur Geschichte, soweit sie sich überhaupt einfach nacherzählen lässt.

  Frank Kober (diesen Namen


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