Father and Son

Extra | NICOLE KATJA STREITLER | aus FALTER 11/05 vom 16.03.2005

KINDHEIT Christoph Hein und Ludwig Laher erzählen von den Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens - aus Sicht der Kinder und der Eltern. 

Spätestens seit Proust ist die Kindheit die prime time jedes Erzählers. Und zwar im doppelten Sinn: als Zeit, in der meist die Basis für das Lesen und mit ihm für das Schreiben gelegt wird, und als Zeit, die jedem Erzähler irgendwann - und meist zuallererst - aus der Feder rinnt. Christoph Heins Roman "In seiner frühen Kindheit ein Garten" spielt im Titel auf diesen Urtopos des Erzählens an und weckt dadurch Erwartungen, die er nicht einlöst. Denn weder Kindheit noch Garten spielen in dem Roman eine derart große Rolle. Heins Buch ist vielmehr ein Buch über zwei alte Eheleute, die am Ende ihres Lebens feststellen müssen, dass Eltern auf das (Erwachsenen-)Leben ihrer Kinder letztlich keinen Einfluss haben; und dass die Elternschaft dort endet, wo Kinder die Werte ihrer Eltern zu hinterfragen beginnen und möglicherweise für immer verwerfen -


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