SÜDOSTEUROPA

Endstation Stuttgart

PATRIK VOLF | Extra | aus FALTER 11/05 vom 16.03.2005

Der aus dem Kosovo stammende Beqë Cufaj schildert in seinem Roman "Der Glanz der Fremde" die Geschichte eines ungleichen Paares von Kosovo-Albanern. Beide, Arben und Refik, der sich Ricky nennen lässt, stammen aus demselben kleinen Ort, der nur den unbestimmten Namen Reka, Fluss, trägt und der niemandem, der dort lebt, Heimat werden will. Der Glanz der Fremde, das ist für die Bewohner von Reka das neue Auto des Emigrantensohns, das sind die Besuche der Auswanderer mit Taschen voller Geschenke, das sind die dick aufgetragenen Geschichten derer, die im Westen Reichtümer anhäufen. Dieser Glanz enzündet auch die Fantasie von Arben und Refik.

  Refik träumt von Amerika. Das ist das Ziel, an das ihn die Flucht über das Mittelmeer Richtung Italien am Ende führen soll. Stranden wird er allerdings in Deutschland, irgendwo an der Peripherie von Stuttgart, an der Haustüre seines Vaters, der selbst vor Jahren fortging und als Hilfsarbeiter hängen blieb. Was als Zwischenstopp gedacht war,

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