Ästhetik des Widerstands

Extra | aus FALTER 11/05 vom 16.03.2005

ESSAY Warum es wieder modern geworden ist, von der Vernissage zur nächsten Demonstration zu gehen. Warum Engagement und die Lektüre spröder Theoretiker kein Widerspruch sind. Und warum linker Protest wieder hip ist. 

Das ist der womöglich erstaunlichste Umstand, der bisher noch gar nicht richtig gewürdigt wurde: Die Globalisierungskritiker haben den Anschluss an jenes Milieu geschafft, das mit einer etwas herablassenden Vokabel bisweilen "Kulturschickeria" genannt wird. An die Blase aus Konzeptkünstlern, Vernissagenpublikum und Theoriemilieu, die Deleuze-Derrida-&-Co-Gemeinde und die Heiner-Müller-Lookalikes-Zirkel, die sich die letzten zwei Jahrzehnte in ihren Distinktionsgesten gegenüber "den Engagierten" gefielen, über die sie die Nase rümpften, und indessen an Begriffen für die Welt feilten, während höchstens ein paar begriffslose Gutmenschen versuchen konnten, sie zu verbessern.

  Es ist da wieder etwas zusammengewachsen, was sich irgendwann Ende der Siebziger-, Anfang

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