Nationaler Sozialismus

Extra | MARTIN DROSCHKE | aus FALTER 11/05 vom 16.03.2005

ZEITGESCHICHTE Der Historiker Götz Aly hat Hitlers großzügige Sozialpolitik, die ohne Raub und Rassenkrieg nicht zu finanzieren gewesen wäre, hellsichtig analysiert. 

Es kommt nicht von ungefähr, dass die alliierten Truppen 1945 "Besatzer" hießen und nur im Ausnahmefall "Befreier". Doch wie lässt es sich erklären, dass es die von Krieg und Diktatur Erlösten an Wertschätzung für jene mangeln ließen, die vor weiteren 988 Jahren eines tausendjährigen Reichs bewahrt hatten? Was machte den NS-Staat so attraktiv, dass man sich bis zum Ende mehrheitlich weigerte, die Absurdität der Endsiegparole anzuerkennen? Die Erklärung, das System des Terrors von SS und Gestapo sei so straff organisiert gewesen, dass Widerspruch Selbstmord gewesen wäre, scheint ebenso unzureichend wie die Gleichsetzung der NS-Rassenideologie mit des Volkes Willen.

  Auf der Suche nach einem schlüssigeren Erklärungsmodell hat der 1957 geborene Historiker Götz Aly die tradierten Sichtweisen über Bord geworfen


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