"Lärmende Spinner"

Extra | KLAUS PEHAM | aus FALTER 11/05 vom 16.03.2005

MUSIKGESCHICHTE Andreas Felber hat über den Wiener Free-Jazz dissertiert und dabei ein Stück Nachkriegsmoderne freigelegt. 

Ich habe in der ,Adebar' Klavier gespielt, was einmal einen Gast so in Wut gebracht hat, dass er mir die Hand mit einem Messer ans Klavier nageln wollte." Lohn der pianistischen Mutprobe: zwei zerschnittene Finger. Der Name des Gewalttäters: Udo Proksch. Das Opfer der Stichattacke sollte in den folgenden Jahren - dann allerdings als Saxofonist der "Masters of Unorthodox Jazz" und unter dem "Nom de guerre" Harun Ghulam Barabbas - noch reichlich Gelegenheit bekommen, ganze Konzertsäle gegen sich aufzubringen.

  Mut, Sendungsbewusstsein und wohl auch ein gerüttelt Maß an "Verrücktheit" brauchte es, um in den späten Fünfzigern, frühen Sechzigern in Österreich mit "selbst erfundenem" Free Jazz gegen den bleiernen Nachkriegskonservativismus anzutönen. Selbst in libertinen Künstlertreffs wie dem Strohkoffer oder eben jener Adebar, Fluchtburgen des weltläufigen


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