Fanal, total banal

MATHIAS GRILJ | Steiermark Kultur | aus FALTER 12/05 vom 23.03.2005

THEATER Elias Canettis Roman "Die Blendung" wurde im Grazer Schauspielhaus von Friederike Heller sozusagen dramatisiert. Wozu eigentlich? 

Womit die Theater derzeit eher ungern zu tun haben, das sind Theaterstücke. Die sind lästig, sie fordern, dass man sich mit ihnen auseinander setzt. Das gilt für die Regie wie für Schauspieler und Publikum. So etwas mag man in der Fastfoodära nicht, man will lieber grausig Flottes, andeutungsvoll Bekömmliches und drastisch Nettes. Oder Cinemaskopisches. Bilder schlagen Worte. Und Worte sind bestenfalls Material. In die Texte der Dichter, sofern sie überhaupt benötigt werden, montiert man sogenanntes Material hinein - Briefe, Einkaufszettel, Tageszeitung, Pornoheftl, total egal. Das gibt sich als authentisch, darin pulst Zeitgenossenschaft, und die Leute glauben es. Wer dramatische Texte ernst nehmen und sie gar erforschen will, Silbe für Silbe, gilt bereits als ein abseitiger Kauz. Dieses Phänomen hat viele gut begründ- und nachvollziehbare

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