Zahltag für den Rüpel

Vorwort | BERND DÖRLER | aus FALTER 12/05 vom 23.03.2005

KOMMENTAR Machtgier und andere Charakterdefizite: die Selbstdemontage von Joschka Fischer. 

Über Jahre hat Joschka Fischer unangefochten die Liste der beliebtesten deutschen Politiker angeführt. An seinen Leistungen als Außenminister kann es kaum gelegen haben. Denn die wichtigsten Themen wie die Beziehungen zum EU-Partner Frankreich, das Verhältnis zu US-Präsident Bush oder die Entsendung deutscher Soldaten in Krisengebiete sind längst Chefsache. Sie werden im Berliner Kanzleramt entwickelt und verkündet. Da ist Fischer nur Erfüllungsgehilfe von Bundeskanzler Gerhard Schröder.

  Seine Popularität verdankte der Grüne wohl eher seiner flamboyanten Biografie, die sich so wohltuend von der mausgrauen Kaste der übrigen Berufspolitiker abhob: Taxifahrer, 68er-Streetfighter im Frankfurter Westend, Grünen-Pascha, Turnschuhminister, Vizekanzler der Republik. Dazu sein sprunghaftes Privatleben (aktuell vier gescheiterte Ehen), seine exhibitionistisch zelebrierten Lebenskrisen (Fressanfälle,


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