DOLM DER WOCHE

Karl-Heinz Grasser

Politik | aus FALTER 12/05 vom 23.03.2005

Wen der Minister als Privatmann küsst, interessiert uns nicht. Wichtig ist sein Privatleben nur dann, wenn es Rückschlüsse auf das Amtsverständnis zulässt (siehe Leitartikel Seite 5). Und schon wieder sind da diese kleinen Indizien, die so hässlich nach Geschenkannahme riechen. Grassers Verlobte erlitt einen Unfall mit einem Auto, das mindestens 60.000 Euro kostet. Es war auf Burckhard Graf angemeldet, Grassers "Wahlonkel". Der Mann sitzt im Aufsichtsrat der Bundespensionskasse und des Bundesrechenzentrums (hier ist Grasser Eigentümervertreter). Ein böser Korruptionsfahnder könnte Grasser nun die Frage stellen, warum Grassers Freundin den Wagen "geliehen" bekam. Weil sie die Freundin des Finanzministers ist? Oder weil sich der Leihgeber etwas erwartet vom Freund dieser Frau? Grasser wird die Sache sicher lückenlos aufklären. Vielleicht ist ja Staatssekretär Alfred Finz wieder bereit, eine "völlig unabhängige" Untersuchung durchzuführen.


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