Schichtwechsel erwünscht

Medien | WOLFGANG LUEF | aus FALTER 12/05 vom 23.03.2005

FERNSEHEN Deutsche Privatsender in der Krise: RTL, Sat.1 oder Vox werden als "Unterschichtenfernsehen" verhöhnt. Die Werbewirtschaft wird langsam nervös. Sitzen bald nur noch Arbeitslose vor der Glotze? 

Schon 1994 hatte der deutsche Kabarettist Volker Pispers eine zündende Idee. Es gebe Millionen Arbeitslose in Deutschland, die doch für RTL und Co eine ganz stattliche "Grundquote" sein könnten, philosophierte er in seinem Programm "Frisch Gestrichen". "Die werden doch in der Produktion nie wieder benötigt, die zählen nur noch im Konsum. Und ob die nun acht Stunden am Fließband stehen oder sich bei der 500. Wiederholung von Bonanza' langweilen, ist doch egal." Sein Vorschlag zur Belebung des Arbeitsmarktes: "Die Arbeitslosen gucken unter Aufsicht direkt im Arbeitsamt fern, füllen dann Fragebögen aus, ob sie bei der Werbung auch aufgepasst haben, und haben den restlichen Tag Zeit zum Einkaufen."

  Heute, mehr als zehn Jahre später, wird diese zynische Abrechnung mit dem Privatfernsehen


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige