Schilderkunst und Kotze

Kultur | ERICH KLEIN | aus FALTER 12/05 vom 23.03.2005

KUNST Zwei Ahnväter der klassischen Moderne werden in Ausstellungen gewürdigt: Die Albertina zeigt Piet Mondrian, das Arnold Schönberg Center das bildnerische Schaffen seines Namensgebers. 

Der bedeutendste Schritt zur Entwicklung moderner Malerei erfolgte abseits der großen Kunstzentren Paris oder München - umso größer war der Skandal. Als der 1872 im holländischen Amersfoort geborene, zum Zeichenlehrer ausgebildete Piet Mondrian, Mitglied der St. Lukas Künstlergilde, 1909 im Amsterdamer Stedelijk Museum seine in fauvistischem Rot, Gelb und Blau gemalte Windmühle zeigte, war die Kritik entsetzt. Dem Bild wurde "Dekadenz" attestiert, ein Psychiater erblickte in der "blutüberströmten Mühle vor einem gelben Himmel mit Löchern wie Schweizer Käse" Symptome des beginnenden Wahnsinns.

  Für Mondrian selbst markierte das Bild einen Wendepunkt. Die naturalistischen Anfänge mit imposanten Buchenwäldern und Bauernhäusern, in deren Hintergrund überirdisches Licht leuchtet, gehörten


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