Blutige Bubenwurst

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 12/05 vom 23.03.2005

THEATER Elfriede Jelineks neuer Theatertext "Babel" ist der zum Scheitern verurteilte Versuch, die Gräuel des Irakkriegs auf die Bühne zu bringen. Unspielbar? Regisseur Nicolas Stemann macht's möglich. 

Nach der Premiere traf ich einen Freund, der sich nur selten ins Theater verirrt und einen ungewohnt verstörten Eindruck machte. "Sind jetzt alle Stücke so?", erkundigte er sich vorsichtig. Ich konnte den Mann beruhigen: Es gibt nur eine Elfriede Jelinek. Das genügt.

  Jelineks neues Stück "Babel" ist aber auch wirklich harter Stoff. In drei - warum auch immer - den Fassbinder-Schauspielern Irm Hermann, Margit Carstensen und Peter Kern zugeschriebenen Monologen, die zusammen 140 Buchseiten füllen (der Text ist, gemeinsam mit dem thematisch verwandten "Bambiland", bei Rowohlt erschienen), arbeitet sich die Autorin am Irakkrieg ab. In den ersten beiden Teilen werden aus weiblicher Perspektive pornografisch-blasphemisch-kannibalische Fantasien geschildert: Eine Frau, die einerseits


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige