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Kultur | KARIN CERNY | aus FALTER 12/05 vom 23.03.2005

Was haben die Brüder Grimm und Hannibal Lecter gemeinsam? Ziemlich viel Fantasie, wenn es um grausame Morde geht. Im Rabenhof haben Dana Csapo und ihr Theater Kinetis einen Abend über die beiden Märchensammler gestaltet, deren Kindergeschichten so gnadenlos brutal sind. "Grimm's Killers" (bis 16.4.) stellt die beiden Autoren vor Gericht (dabei wird "Das Schweigen der Lämmer" ausgiebig zitiert) und lässt verschiedene Zeugen gegen und nur selten für die Angeklagten aussagen (Hauptvorwürfe: Sexismus, Judenfeindlichkeit, Sadismus). Eine krude Mischung aus Musical, Kabarett, Märchenstunde und Film-Zitier-Trash. In der Schmähhochburg Rabenhof wirkt dieser Spaßabend allerdings auch ein bisschen epigonal: Man hat schon abgründigere, fetzigere und originellere Arbeiten dort gesehen - selbst wenn man Barbara Horvath als Clarice Starling gerne beim Ermitteln zusieht. Im Grunde ist "Grimm's Killers" etwas fürs Theater der Jugend - aber wahrscheinlich ist der Spaßabend auch für dort zu


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