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Gott in Frankreich

Stadtleben | aus FALTER 12/05 vom 23.03.2005

Das "französische Paradoxon" benennt den Umstand, dass die Franzosen generell fetter essen und mehr Wein trinken als die Amerikaner, aber trotzdem länger und gesünder leben. In Wien bezieht sich das "french paradox" allerdings darauf, dass Wien die einzige Weltstadt in Europa ist, in der französische Küche - gemeinhin als die Krönung abendländischer Kochkunst erachtet - quasi überhaupt keine Rolle spielt. Man findet hier tatsächlich Sichuan- und Hu-Nan-Küche leichter als ein ordentliches Boeuf Bourguignon.

Salut, 1., Wildpretmarkt 3, Tel. 533 13 22, Di-Sa 11.30-14, 18-24 Uhr.

Archetypisches Lokal im französischen Landhausstil, dekorativer Kitsch spielt hier durchaus eine Rolle, traditionelle französische Küche sowie ein Menü mit kreativen Interpretationen des Themas.

Le Bol Menu, 9., Lazarettgasse 19, Tel. 408 57 23, Mo-Fr 9.30-23.30, Sa 10-23.30 Uhr.

Der vor kurzem eröffnete Ableger des französischen Brötchen- und Salatlokals am Neuen Markt. Hier wird allerdings wirklich gekocht, darunter sogar französische Hausmannskost.

Ego, 3., Rennweg 11, Tel. 718 01 10, Mo-Sa 10-24 Uhr.

Das bisherige venezianische Lokal Da Pablo ist seit kurzem ein Weinbistro. Wobei die Weine ausnahmslos österreichisch sind, bei den Speisen ist man da francophiler, es gibt zumindest wunderbare Schnecken.

WEIN - Australischen Weinen vorzuwerfen, alkoholschwere Trinkmarmeladen zu sein, ist längst überholt. Da gibt's ganz feine Sachen nämlich auch, etwa die Cuvée aus Shiraz, Mourvedre und Grenache von Mitchelton namens Crescent: im Duft Australien pur, gekochte Weichseln, Marzipan, am Gaumen eine lebendige Feinheit, charmant, schokoladig, viel Säure. Passt toll zu scharf angebratenem, dunklem Fleisch mit blutigem Kern.

Preis: E 8,99, Bewertung: 4/5 (sehr gut), bei Wein & Co.


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