DER NEUE FLOR-ROMAN

Zunder für den Zimmerbrand

Steiermark Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 13/05 vom 30.03.2005

Wenn ein Buch schon "Talschluss" heißt, darf man davon ausgehen, dass es entsprechend eng wird. Entsprechende Landschaften haben - von Hans Lebert und Thomas Bernhard bis Marlen Haushofer - die österreichische Literatur geprägt und heißen zum Beispiel "Wenig" ("Frost") oder "Schweigen" ("Die Wolfshaut"). Das Tal, in das Olga Flor ihre Figuren und Leser diesmal führt, wurde freilich sehr bewusst ausgesucht: Die Abgeschiedenheit ist gewollt, und die Hütten, in denen das Familientreffen zu Ehren von Grete stattfindet, die ihren sechzigsten Geburtstag feiert, wurden sogar umgerüstet, um jene "künstliche Kargheit" zu erzeugen, die ländliche Authentizität vermitteln soll. Dass Katharina, die Ich-Erzählerin und Eventmanagerin, die für all das zuständig ist, sich vor Kühen fürchtet, lässt allerdings nichts Gutes erwarten.

  Eng wird es hier nicht zuletzt, weil enge Verwandte zusammenkommen und die Parameter von Nähe und Distanz generell feinjustiert werden wollen. Gretes Sohn


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