Exit Entwicklungsroman

Steiermark Kultur | STEFAN SCHMITZER | aus FALTER 13/05 vom 30.03.2005

JUNGE LITERATUR Vier Autorinnen präsentieren im Literaturhaus Graz ihre Romandebüts. Die Bandbreite ist beachtlich. 

Die eine hat mit ihrer Sprachlosigkeit zu kämpfen, die sie sich in einer Kindheitshölle am Land erworben hat, und arbeitet sie angesichts krimineller Geheimnisse ihres Teilzeitliebhabers auf. Ein anderer versucht zu ergründen, wieso sein universitärer Mentor seine NS-Vergangenheit verschwieg. Dabei zerrt er den eigenen, überwunden geglaubten Kryptokatholizismus ans Tageslicht. Die Dritte sagt einem gleich, dass sie lügt, und erzählt dann von verschiedenen Krankheiten, ohnmächtig ertragenen Gewaltverhältnissen samt Kindesmissbrauch und Opfer/Täter-Verstrickungen. Die Vierte lebt im inzestuösen Wir-gegen-die-Welt-Gespann mit ihrem Bruder und weigert sich lange, die Zusammenhänge zwischen dieser Beziehung und dem Tod eines prospektiven Geliebten zu verstehen.

  Wo Gudrun Seidenauer ("Der Kunstmann", Residenz), Salzburger Lehrerin für Deutsch und kreatives Schreiben,


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