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Hilfe, Polizei!

Steiermark Stadtleben | MATHIAS GRILJ | aus FALTER 13/05 vom 30.03.2005

Polizei präsentiert Präsenz. Sie zeigt sich wieder auf den Gassen und sorgt für Ordnung. Neulich hat sie - hurra! - einen Quasiterroristen erwischt, der keck bei Rot über die Straße ging. Es war weit und breit kein Auto in Sicht. Egal. Macht elf Euro. Und damit sich Legionen von Mutterln, die zum Beispiel morgens um drei in der Klosterwiesgasse einkaufen gehen, unbehelligt fühlen dürfen, handelt man ruckzuck amts. Da wird ein einsamer Johnny Walker, der nach Hause torkelt, aufgehalten und abgestraft. Macht 22 Euro. Was hat der Kerl, übrigens ein promovierter Philosoph, verbrochen? Nun, er ist angeduselt heimgegangen, durchaus ein gewisses Pendlerschicksal. Doch hat er weder "Dies Bildnis ist bezaubernd schön" aus der Zauberflöte abgesungen noch hat er die Fahrbahn betreten noch hat er sich irgendwie erleichtert. Er war, wie skizziert, angesoffen auf dem Gehsteig unterwegs.

  Ach, was waren das für goldene Zeiten, als die Grazer Sittenwächter keine Lust auf solche Schwererbrecher hatten! Als sie nackert bei einem Fotografen herumlungerten und mit ihrer Gummiwurst spielten. Als sie darauf warteten, sich einen Blitz in das Gemächt setzen zu lassen zwecks Kalenderbild. Da waren sie nur etwas seltsam. Jetzt werden sie lästig. Sollten sie sich nicht lieber in ihre Pornostudios verziehen und normale Leute in Ruhe lassen?


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