FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 13/05 vom 30.03.2005

Was geht ab hinter den Kulissen des Bundeskanzleramts? Was läuft in den Hinterzimmern der Macht? Die neue Serie "Kanzleramt" (ZDF, Mi 20.15 Uhr) tut so, als gäbe sie diskrete Einblicke ins deutsche Politmilieu. Kanzler Andreas Weyer (Klaus J. Behrendt) und sein Kanzleramtschef Norbert Kraft (Robert Atzorn) schmeißen deutsch-energisch den Laden, umgeben von wenigen treuen Verbündeten und den üblichen feindlich gesinnten Parteifreunden. "Diese Fiktion ist Realität", meinen die Serienmacher, die sich die Drehbücher von renommierten Journalisten schreiben ließen. "Kanzleramt" kommt ambitionierter und intelligenter daher als andere Formate, versucht neben den Strukturen der Macht die Freuden und Leiden von Menschen zu zeigen, die ganz oben Politik machen. Schade, dass das so wenig ironisch gebrochen erzählt wird. Eine fiktionale Serie über Spitzenpolitik verträgt schärferen Humor - wie es die Briten in den Achtzigern mit "Yes, Minister" vormachten. Lang hat es die respektlose Serie nicht gegeben, weil sie die Realität hinter manchen Mechanismen der Spitzenpolitik vorgeführt hat: die Lächerlichkeit.


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