Ein Haus ist kein Heim

Kultur | DREHLI ROBNIK | aus FALTER 13/05 vom 30.03.2005

FILM Jessica Hausners bei der Diagonale ausgezeichnetes Bilderrätsel "Hotel" deutet Geister an, bannt Blicke und stellt Fragen. 

Es beginnt mit schwelgendem Orchesterkitsch, und "Hotel", Zusatz: "von Jessica Hausner", steht groß auf schwarzem Grund. Dem folgt der Absturz der Titelmusik zum elenden Geräusch aus dürrer Quelle: Das erste Bild im "Hotel" zeigt schräg von unten eine Lautsprecherbox im Halbdunkel eines Fahrstuhls, aus der die jäh zur Muzak degradierte Titelmusik flach und verrauscht dudelt. Gleich darauf knackt es in der Box, die Musik fällt aus. Dann erst kommen die Menschen im Lift ins Bild: Der Personalchef weist eine neue Angestellte in den Kellertrakt des Hotels und das Reglement seiner Benützung ein. Der Chef ist das wandelnde Klischee eines Hardcorebürokraten aus grauer Vorzeit. Als das Licht ausgeht, sagt er: "Eine Zeitschaltung. Stromsparen."

  Viele Filmanfänge sind Programm, besonders dieser. Wir betreten "Hotel" über ein Titelintro, das uns einen Ort


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