RADFAHRER IN WIEN

Eine Botschaft an die unheilvolle Allianz

Stadtleben | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 13/05 vom 30.03.2005

Neulich bin ich, wie man so sagt, ordentlich auf die Schnauze gefallen. Das ist jetzt leider ganz wörtlich zu verstehen und kam so: Ich fahre in der Innenstadt mit dem Fahrrad auf dem Radweg gegen die Einbahn. Mir steht also die Straßenverkehrsordnung rechtlich zur Seite und rund fünfzig Zentimeter Spielraum zur Verfügung, um mich an genervten Lieferanten, aggressiven Taxifahrern, breiten Bussen und unberechenbaren Fiakern vorbeizunavigieren. Plötzlich taucht, einen Meter vor mir, ein Mann auf dem Radweg auf. Wie aus dem Nichts. Genauer gesagt tauchte er hinter einem parkenden Kleintransporter des Typs Mercedes 313 CDI auf. Der 313 CDI hat aus Sicht eines Radfahrers den Nachteil, hintenrum vollkommen undurchsichtig zu sein. Kurz gesagt: Eine Notbremsung meinerseits war das Einzige, was den Mann, der sich unvermittelt aus seiner Deckung hervorgewagt hatte, noch retten konnte. Ich rettete ihn, auf meine Kosten. Er hat sich nicht dafür bedankt.

  Er hat sich vielmehr darum bemüht,


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