Jessas na

Stadtleben | aus FALTER 13/05 vom 30.03.2005

NACHRUF Die Buchteln sind aus. Die Kaffeesiederin Josefine Hawelka ist vergangene Woche im Alter von 91 Jahren verstorben. 

Ja, kann schon sein, dass Josefine Hawelka manchmal ein bisschen eigenwillig wirkte. Wer immer an der Schwelle ihres dunklen Reiches in der Dorotheergasse 6 stand und den Kopf in diese verrauchte Höhle steckte, der wurde von ihr sofort am Unterarm gepackt und ins Lokal verschleppt. "Einen Tisch alleine gibt es nicht", pflegte sie dann zu sagen und führte immer mehr und mehr Gäste hinein in das Lokal, so als ob es noch ein paar unterirdische Extrazimmer gäbe. Ihr Mann Leopold tippte sich dann manchmal auch an den Kopf. Die beiden hatten es im Lokal nicht immer leicht miteinander. Sie arbeitete in der Nacht. Er bei Tag. "Ich bin der Nachtmensch. Und er ist der Tagmensch", erklärte sie. Nur dienstags, wenn das Café geschlossen ist, sah man das Paar manchmal gemeinsam durch die Stadt ziehen. "Das reicht eh", sagte sie.

  Josefine Hawelka, das war diese mächtige,


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