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Junge Wilde

Stadtleben | aus FALTER 13/05 vom 30.03.2005

Auch beim Kochen tauchten vor ein paar Jahren "junge Wilde" auf, vor allem in Deutschland, die dann sogar einen Verein gründeten und Zulassungsbestimmungen festsetzten, was genau "jung und wild" bedeuten solle. Definitiv das Gegenteil von Avantgarde, aber bitte. In Österreich gibt es junge, wilde Köche erst gar nicht, folgende vermitteln aber eine Idee, worum's dabei gehen könnte:

Gaumenspiel, 7., Zieglergasse 54, Tel. 526 11 08, Mo-Fr 11.30-14.30, Mo-Sa 1-24 Uhr.

Oliver Hoffinger entspricht in Wien wohl am ehesten dem, was man als "jungen Wilden" bezeichnet - und tut auch einiges dafür. Unter anderem fantastisch kochen, wobei das eigentlich immer eher ganz wunderbare, harmonische denn "radikale" Kreationen sind.

Bordeaux, 9., Servitengasse 2, Tel. 315 63 63, Mo-Fr 12-14, Mo-Sa 18-1 Uhr.

Die Revolution hält sich bei Aurelio Nitsche zwar auch eher in Grenzen, aber er brachte zumindest ein paar sehr neue und sehr nicht-wienerische Kreationen ein, arbeitet viel mit Süße und mit Farben.

Niggl, 16., Rankgasse 36, Tel. 493 19 06, Do-Mo 10-15, 17.30-24 Uhr.

Harald Niggl ist sehr jung, hatte unter anderem am Pogusch erfahren, was neuzeitlicher Umgang mit archaischen Rezepten bedeutet, und kocht da jetzt eine radikale Wiener Küche. Der Service ist leider eher eigenartig.

WEIN - Das Schloss Gobelsburg war der interessanteste Weingutneustart bis 2001 (dann kam Schloss Halbturn), Michi Moosbrugger kelterte das alte Weingut mithilfe von Willy Bründlmayr rasch an die Spitze. Der "einfache" Riesling namens "Urgestein" etwa: dieser Duft! Dieser Duft! Pfirsich und Gesteinsmehl. Am Gaumen blitzeblank, strahlende Frucht, einfach wunderbar.

Preis: E 9,70, Bewertung: 5/5 (fantastisch), bei Unger und Klein, 1., Gölsdorfg. 2.


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