STADT LAND

Steiermark Politik | aus FALTER 14/05 vom 06.04.2005

GRAZ Zum Gedenken an sieben junge Soldaten, die am 4. April 1945 gegen Mittag auf der Ries erschossen worden waren, weil sie desertieren wollten, hat der Bezirksvorsteher von Ries, Hans Fräulin, zum Jahrestag geladen. An der Stelle am Waldrand, an der die Deserteure ermordet wurden, wurde am Ende des Krieges ein Eichenkreuz aufgestellt, das später vom ehemaligen Grazer Bürgermeister Alfred Stingl und Pfarrer Fink durch ein steinernes Denkmal ersetzt wurde. Eine Aufhebung der NS-Unrechtsurteile gegen Deserteure (siehe "Falter" 13/05) steht in Österreich aber nach wie vor leider immer noch aus.

FOHNSDORF Erneuter Rückschlag für den Austragungsort der Hoffnung spendenden Obersteiermark-Konferenz Anfang März: Nach der Verlegung von 380 Arbeitsplätzen des Elektronikkonzerns AT&S nach Leoben sind jetzt auch 112 Jobs im Fohnsdorfer Werk des Kunststoffformenbauers HTP bedroht, für Minderheitseigentümer Hannes Androsch der Nukleus eines möglichen Luftfahrt-Clusters in der Region.

HALLO NACHBAR! Die steirische Polizei ist doch anders. Mit einem herzlichen "Hallo, Nachbar!" grüßt die Sicherheitsdirektion auf ihrer Website (www.polizei.gv.at/ sidsteiermark) und freut sich darauf, "wenn Sie sich entschließen könnten, einmal für einige Zeit in unser Bundesland zu kommen, um den Alltagsstress zu vergessen, geruhsame Tage zu verbringen und neue Freunde zu finden". Ein Spezialservice der auch fürs Fremdenwesen zuständigen Behörde: Die Einladung gibt es in sieben Sprachen, darunter auch auf Slowenisch oder Slowakisch. Ist das eine Aufforderung zur Einwanderung? Keine Angst: "Uns als Angehörigen der österreichischen Sicherheitsexekutive ist es ein Anliegen, Ihnen einen sicheren Aufenthalt in unserem schönen Land zu gewährleisten und dadurch beizutragen, dass Sie mit schönen Erinnerungen nach Hause fahren können." Adio, sosed!


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