SCHUTZ UND SCHANDE

Nur dreißig historische Gärten sind denkmalgeschützt

Steiermark Stadtleben | aus FALTER 14/05 vom 06.04.2005

Im 1999 novellierten Denkmalschutzgesetz sind 56 historische Garten- und Parkanlagen österreichweit in einer Verfassungsliste aufgezählt, die unter Denkmalschutz gestellt werden können", erklärt Geza Hajós vom Bundesdenkmalamt, darunter der Kurpark von Bad Gleichenberg, der Brunnseer Schlosspark oder eben der Grazer Schlossberg und Stadtpark. Die eine Hälfte dieser Anlagen sei im Eigentum der Gebietskörperschaften, die andere in Privatbesitz. Unter historischen Gärten versteht das Gesetz dabei "aus baulichen und pflanzlichen Elementen errichtete kulturlandschaftliche Gartenanlagen, bei denen die künstlich komponierten Freiräume eine entscheidende Rolle spielen". Zur Gesamtkomposition zählen sowohl die Vegetationsbestände als auch künstlerische Ensembles - Treppen, Brunnen, Statuen - und Gebäude. Im Vergleich zur Gesamtzahl der in Österreich bekannten historischen Gärten ist die Zahl der im Gesetz gelisteteten allerdings verschwindend klein. Das Institut für Landschaftsgestaltung der TU Wien hat alle historischen und gestalteten Grünflächen in Österreich von der Renaissancezeit bis 1930 erfasst. Das Ergebnis: 1800 Gärten, Parks, Grünplätze und Höfe, die gesetzlich geschützt werden müssten. "Die gesetzliche Reduzierung auf 56 ist eine kulturelle Schande und einzigartig in Europa!" kritisiert Hajós. Und selbst von den 56 ist aufgrund des "erschwerten und verkomplizierten Verfahrens" bis dato erst die Hälfte wirklich unter Schutz gestellt.


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