Lieber tot als behindert?

Vorwort | FRANZ-JOSEPH HUAINIGG | aus FALTER 14/05 vom 06.04.2005

KOMMENTAR Das Sterben der Terri Schiavo wurde zum Medienspektakel. Wo beginnt menschliche Würde, wo hört sie auf? 

Auf der Kinoleinwand Wohlbekanntes: Der ab dem Hals gelähmte Ramón liegt mit zusammengekrampften Fingern im Bett und wird zur Seite gelagert. Ein Stückchen rechts, ein bisschen links, nein doch wieder ein wenig nach oben. Ich muss lächeln. Die richtige Stellung zu finden ist schwierig und bringt auch bei mir fast täglich die persönlichen Assistentinnen an ihre Grenzen. Ramón liegt mit einem Lächeln auf den Lippen im Bett und verlangt Hilfe beim Sterben. Warum er denn immer lächelt, wird er gefragt. "Ich lache Tränen", antwortet der behinderte Schriftsteller, der sein Leben als unwürdig bezeichnet und jegliches Hilfsmittel wie beispielsweise einen Rollstuhl ablehnt. "Nehme ich den Rollstuhl an, nehme ich das Leben an", argumentiert er. Der emotionalisierte Sterbewunsch wird dem bürokratischen Justizverfahren gegenübergestellt. Unverständnis gegenüber den Richtern


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