WIENZEUG

Politik | aus FALTER 14/05 vom 06.04.2005

Hässliche Übergriffe Im Vorjahr regisitrierte die Anti-Rassismus-Organisation ZARA (www.zara.or.at) 900 Fälle von rassistischen Übergriffen. Der Verein, der über finanzielle Engpässe klagt, dokumentierte vor allem Beschmierungen, Diskriminierungen am Arbeits- und Wohnungsmarkt, aber auch tätliche Übergriffe gegen Ausländer.

TBC bei den Wiener Linien In der Busgarage in der Raxstraße ist ein Tuberkulose-Fall aufgetreten. Alle Mitarbeiter des Betriebes müssen sich deshalb einem Lungenröntgen unterziehen. Reicht das als Vorsichtsmaßnahme gegen die infektiöse Krankheit aus? Im Straßenbahnhof Favoriten etwa wird das Röntgen nur unverbindlich angeboten, und von dem TBC-Fall als Anlass ist laut Aushang nicht die Rede. "Dabei jausnen wir manchmal in den selben Aufenthaltsräumen wie die Kollegen aus der Raxstraße", erzählt ein besorgter Straßenbahner. Mehr sei momentan nicht notwendig, meint dazu Johann Ehrengruber, Sprecher der Wiener Linien: "Sonst müssten wir ganz Wien untersuchen." Der Arzt Gerhard Wallner, Tuberkulose-Beauftragter der Stadt, sagt hingegen: "Das Röntgen sollte für alle verbindlich sein, die mit den Leuten aus der Raxstraße in Berührung kamen. Ich werde veranlassen, die Aufrufe zu verschärfen."

Ausgezeichnete Anwälte Vergangenes Jahr deckte der Falter auf, dass das Innenministerium gegen die Anwälte Nadja Lorenz und Georg Bürstmayr wegen Beihilfe zur Schlepperei und Aufruf zum Ungehorsam gegen Gesetze ermittelte. Die beiden wagten es, Asylwerbern rechtliche Beratung zu bieten. Statt Haft bekommen die Anwälte nun den Bruno-Kreisky-Preis für Menschenrechte. Die unabhängige Jury würdigte die "engagierte rechtliche Vertretung von Asylwerbern in Österreich und ihren Einsatz für gesetzliche Verbesserungen".


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